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Nach dem Ende des 1. Weltkrieges begannen die Allierten, die
linksrheinischen Gebiete des Rheinlandes zu besetzen.
Kurz nachdem die von der Westfront heimkehrenden deutschen Truppen durch
Bernkastel gezogen waren, erreichten am 2. Dezember 1918 die ersten Truppen
der amerikanischen Besatzungsmacht das Moselstädtchen. Es handelte sich hierbei um die 90th Division, die in den US-Staaten Texas und Oklahoma aufgestellt und daher das "TO" in ihrem Divisionszeichen trugen. Als Teil des US-Expeditionsheeres unter der Führung von General Pershing waren sie noch kurz zuvor in schwere Kämpfe gegen die Deutschen in Frankreich (Maas-Argonnen-Offensive bei Verdun / St. Mihiel) beteiligt. Sie bezogen ihr Hauptquartier im Hotel "Burg Landshut" am Bernkasteler Gestade.
Als rauhe - aber meist gutmütige Gesellen wurden sie beschrieben und viele Bernkasteler Kinder lernten erstmals in ihrem Leben Schokolade und Bonbons kennen. Das Verhältnis zur Bernkasteler Einwohnerschaft war -obwohl es auch zu Requierungen kam- recht gut, was sich auch in der Aufstellung eines Musikpavillons vor dem "Kreis-Krieger-Denkmal" am Gestade ausdrückte, in dem die amerikanische Militärkapelle jeden Sonntagmorgen um 11.00 Uhr ein Konzert gab. Auch ihren eigenen Soldaten wurde Abwechslung im oft eintönigen Besatzungsalltag geboten: Mit Football-Games und einer Horse-Show versuchte man, die Truppe bei Laune zu halten.
Der Höhepunkt dieser Aktivitäten und zugleich der Abschied von Bernkastel
fand am 1. und 2. Mai auf dem Kueser Werth statt. Mit einer 2-tägigen
"Circus and County Fair" , einer Art von Kirmes, wurde das Ende der
sechsmonatigen Besatzungszeit gefeiert.
Am 2.Mai 1919 berichtet die Bernkasteler Zeitung:
Kurz darauf konnten die Amerikaner wieder in ihre Heimat zurückkehren. Neue Besatzer wurden ab diesem Zeitpunkt bis zum Jahr 1930 die Franzosen.
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