Die Moseltalbahn

 

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Reisebericht 1929 (Tucholsky)


Die Moseltalbahn

 

Nachdem im Jahr 1879 die Eisenbahnstrecke Koblenz - Trier als Teil der militärstrategischen Bahnlinie Berlin - Metz ("Kanonenbahn") eröffnet wurde, diese aber bei Bullay nicht mehr dem Mosellauf folgte, sondern den direkten Weg durch die Eifel bis nach Trier nahm, forderten immer mehr sogenannte "Eisenbahn-Komitees" den Bau einer Bahn direkt entlang der Mosel.

Die Idee, die Moselorte durch eine Eisenbahn zu verbinden, reifte schon relativ früh heran. Bereits im August 1856 forderte ein Bernkasteler "Eisenbahn-Kommitee" in einer Denkschrift eine vollständig dem Moselufer folgende Bahnlinie von Koblenz nach Trier. Nachdem man zunächst nur eine schmalspurige Bahn mit einer Spurweite von 1 m genehmigte, waren nicht zuletzt durch heftigen Widerstand der beteiligten Gemeinden die Weichen für eine normalspurige (Spurweite 1,43m) Version gestellt worden.

Da der Staat sich am Bau einer Eisenbahn nicht beteiligen wollte, gründete man im Jahr 1899 die Moselbahn AG, die das Projekt unter Beteilung der Moselortsgemeinden in Angriff nahm.

Die Gesamtstrecke von Trier bis Bullay (102 km) wurde am 29.08.1905 durch die Freigabe des letzten Teilstücks Bernkastel-Bullay fertiggestellt.

Gemächlich, mit zunächst nur 25 km/h, rumpelten die Züge am rechten Moselufer entlang und passierten dabei eine Vielzahl berühmter Weinorte. Für die komplette Strecke von 102 KM mit insgesamt 38 Haltepunkten brauchte das Bähnchen mehr als 4 Stunden.

Da man im Zug die Gelegenheit hatte, ausgiebig die Weine der vorbeiziehenden Weinlagen zu kosten, hatte das neue Verkehrsmittel bald seinen Spitznamen weg: Unter der Bezeichnung "Saufbähnchen" war es in ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinweg bekannt.

Im Fuhrpark der Moselbahn befanden sich zunächst Dampflokomotiven, die später durch dieselgetriebene Triebwagen ersetzt wurden. Auch die Personenwagen konnten sich sehen lassen. Bestausgestattete Salonwagen, die man ansonsten nur bei größeren Privatbahnen antreffen konnte, waren Bestandteil des rollenden Materials.

Am 31.12.1962 hatte das Saufbähnchen ausgedient: Der aufkommende motorisierte Verkehr und der damit verbundene Bedarf des Straßenum- und Neubaus und die bevorstehende Moselkanalisierung ließen die Bahn als nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Hinzu kamen technische und finanzielle Schwierigkeiten.

 

Allgemeine Links zur Moseltalbahn:

Wikipedia: Moselbahn
Moseltalbahn Trier-Bullay 1903-1967
Der Bau der Moseltalbahn
Saufbähnchens letzte Fahrt
Moseltalbahn "Saufbähnchen"
 

Quellen:

Die Moselbahn Trier-Bullay
Die Eisenbahnen im Moseltal  nach den Akten des Staatsarchivs Koblenz
Moseltalbahn Trier-Bullay 1905-1980 - Festschrift 75-jähriges Bestehen 
Die Moselbahn - Lebensader einer Landschaft
Moseltalbahn Trier - Bernkastel - Bullay
Moseltalbahn - Ein Führer von Trier bis Bullay
Lok-Magazin Nr. 69
Eisenbahn Journal: Eisenbahnen im Moseltal  I
Eisenbahn Journal: Eisenbahnen im Moseltal  II
Deutsche Klein- und Privatbahnen - Bd. 1: Rheinland-Pfalz/Saarland  

 

 

 

 

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